So reinigen Sie Ihren Spiegel richtig

Spiegel richtig putzen - Die optimale Pflege für Ihren Spiegel oder Spiegelschrank

Wasserspritzer, Zahnpasta, Rasierschaum, Make-Up: Ein Spiegel muss im täglichen Gebrauch so einiges aushalten. Wer immer ein gepflegtes Bad vorweisen will, könnte eigentlich täglich zum Putztuch greifen. Doch Vorsicht: Glasreiniger, Badreiniger und auch viele Haushaltsmittel sind nicht für Spiegel geeignet! Denn ein Spiegel ist eine empfindlichere Oberfläche als man denkt und bedarf einer besonderen Pflege, um nicht auf Dauer dem Spiegelfraß zum Opfer zu fallen.

Was ist Spiegelfraß?

Spiegelfraß! Alleine schon das Wort klingt wie eine Art Monster aus einem drittklassigen Horrorfilm. Doch was ist Spiegelfraß oder Spiegelkorrosion eigentlich genau? Meistens tauchen die typischen braunen Flecken am Rand des Spiegels auf und ziehen von dort aus weiter in die Spiegelfläche. Doch wie kommt es dazu? Dazu ist es erstmal wichtig zu verstehen, wie ein Spiegel aufgebaut ist.

Die Schichten eines Spiegels

Wenn man den Aufbau eines Spiegels im Detail betrachtet, kann man erkennen, dass ein Spiegel aus mehreren Schichten besteht: Auf einer Glasplatte wird zunächst eine hauchdünne Silberschicht aufgetragen. Diese Silberschicht ist der Grund, warum ein Spiegel überhaupt spiegelt. Die Glasplatte lässt Licht besonders gut durch und eignet sich deshalb hervorragend als Trägermaterial. Und auch bei der Glasauswahl gibt es Unterschiede: die Grundbausteine sind Quarzsand, Kalk, Soda und Bruchglas, doch das Verhältnis kann verschieden sein. So entsteht Kristallglas oder das meist für Spiegel genutzte Floatglas.

Damit die Silberschicht gut auf dem Glas hält, wird Silbersalz, Ammoniak und Glukose verwendet. Im Anschluss wird die empfindliche Silberschicht noch mit weiteren Deckschichten aus Kupfer und Zinn oder mit Speziallack geschützt.

Spiegelkorrosion zerstört die Silberschicht

Die Kanten des Spiegels werden mit einem Kantenschliff bearbeitet. Das kann aber nicht vollständig verhindern, dass der Silberbelag an dieser Stelle den Einflüssen der Umwelt ausgesetzt ist. Dringen von dort aus Feuchtigkeit oder chemische Substanzen ein, wird die Silberschicht angegriffen und ein Prozess angestoßen, der die braunen Flecken verursacht. Das Silber oxidiert und verwandelt sich in Silbersulfid. Kurz gesagt: Der Spiegel rostet.

Haushaltsreiniger greifen den Spiegel an

Viele greifen bei der Reinigung von Spiegeln gerne zu herkömmlichen Glasreinigern, da diese schnell ein sauberes Ergebnis erzielen. Auch Badreiniger werden oft benutzt. Für Spiegel sind diese Reiniger aber keinesfalls geeignet, da die Inhaltsstoffe am Spiegelrand eindringen und den Spiegelfraß auslösen können. Auch Scheuermilch sollte auf keinen Fall zur Anwendung kommen, weil einige Bestandteile scharfkantig sind und die Oberfläche zerkratzen.

Säuren schädigen die Spiegeloberfläche

Auch Reiniger die Säuren enthalten wie zum Beispiel Zitronen- und Essigsäure, sollten Sie nicht für die Reinigung der empfindlichen Spiegeloberfläche einsetzen. Säuren greifen die Oberfläche des Spiegels an und sorgen so dafür, dass schneller Feuchtigkeit in den Spiegel eindringen kann und damit der Spiegelfraß begünstigt wird.

Auch Zeitungspapier und Kartoffeln sind keine Alternativen

Und wie steht es mit umweltfreundlichen Mitteln aus Großmutters Zeiten? Zeitungspapier und Kartoffeln werden gerne verwendet, um Fenster zu reinigen. Aber für den Spiegelreinigung sind sie leider ebenfalls keine Option. Das grobe Zeitungspapier hinterlässt schnell Kratzer auf der empfindlichen Spiegeloberfläche. Zudem kann sich die Druckerschwärze in der Silberschicht des Spiegels absetzen und ihn so schädigen. Ähnliches gilt für die Stärke aus den Kartoffeln. Auch diese kann sich ablagern und so den Spiegel nach und nach erblinden lassen. Also keine gute Idee!

Hohe Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Randkorrosion

Wenn Spiegel über einen längeren Zeitraum einer hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind, kann das die Korrosion an den offenen Kanten fördern. Denn die Feuchtigkeit nach dem Duschen oder einem heißen Bad kondensiert am Spiegel und gelangt über die Spiegelkanten an die Silberschicht. Hier hilft eine gute und regelmäßige Lüftung der Badräume. Auch eine Spiegelheizung verhindert, dass das Wasser am Spiegel kondensiert. Mit einem weichen Tuch kann man den Spiegel ebenfalls ganz schnell abtrocknen.

Aufpassen bei Schadstoffen in der Luft

Was viele nicht wissen: Auch Rohrreiniger, WC-Tabs oder Nagellackentferner dünsten Schadstoffe aus, die den Spiegelfraß beschleunigen können. Deshalb diese Substanzen besser nicht in Spiegelnähe und vor allem nicht im Spiegelschrank aufbewahren. Ähnliches gilt für Parfüm, Raumduft, Farben und Lacke z.B. bei Renovierungen. Beim Streichen deshalb immer gut lüften und am besten die Spiegel erst wieder aufhängen, wenn die Ausdünstungen abgezogen sind.

So geht schonende Spiegelpflege

Für eine schonende Spiegelreinigung verwenden Sie am besten nur warmes Wasser und einen fusselfreien Lappen. Fensterleder oder Papiertücher sind dafür ideal. Dazu den Lappen nur leicht anfeuchten und darauf achten, dass am Rand des Spiegels keine Wassertropfen zurückbleiben. Bei hartnäckigen Flecken hilft evtl. ein Schuss sanftes Spülmittel oder ein Spritzer Brennspiritus bzw. Bioalkohol. Wer in einer Gegend mit sehr kalkhaltigem Wasser wohnt, kann auf destilliertes Wasser zurückgreifen, um Kalkschlieren zu verhindern. Wichtig ist: Zum Abschluss den Spiegel und die Spiegelränder nach der Reinigung umgehend trockenreiben!

Sie sind sich dennoch unsicher, wie die perfekte Spiegelreinigung abläuft oder haben Fragen zum Spiegelaufbau? Wir stehen Ihnen gerne als Ansprechpartner und Spiegelexperte zur Verfügung und beantworten Ihre Fragen.